Zwei bis drei Wochen nach dem Gutachten kommt der Brief. Er ist höflich formuliert, oft sogar entgegenkommend: Man habe geprüft, man erstatte selbstverständlich, nur einige Positionen könne man nicht anerkennen. Darunter steht eine Zahl, die mehrere hundert bis mehrere tausend Euro unter deinem Gutachten liegt.

Was viele nicht wissen: Diese Briefe sind selten individuell. Sie entstehen aus Textbausteinen, meist auf Grundlage eines Prüfberichts, den ein Dienstleister am Bildschirm erstellt hat. Dieselben Sätze, dieselbe Reihenfolge, quer durch die Branche — „nicht erforderlich“, „nicht ortsüblich“, „nicht nachgewiesen“.

Und das ist die gute Nachricht: Weil die Argumente standardisiert sind, sind es die Gegenargumente auch. Ein großer Teil der Standardkürzungen widerspricht der höchstrichterlichen Rechtsprechung — bei Stundenverrechnungssätzen, UPE-Aufschlägen, Verbringungskosten und Beilackierung ist die Lage seit Jahren geklärt.

Sie funktionieren nur, weil die meisten Geschädigten sie hinnehmen. Genau damit kalkuliert der Versicherer: Ein Teil widerspricht nie, ein Teil gibt nach der ersten Antwort auf. Wer die Positionen einzeln durchgeht und begründet widerspricht, bekommt in aller Regel den Großteil nachgezahlt — ohne Gericht.

Nicht verwechseln mit

  • Prüfbericht — Die Ferndurchsicht deines Gutachtens durch einen Dienstleister — Grundlage des Kürzungsschreibens, nicht dasselbe.
Antwort meist am selben Tag

Kurz fragen kostet
nichts.

Schildere deinen Fall in zwei Sätzen — du bekommst eine ehrliche Einschätzung von einem Sachverständigen.

  1. 1Kurz schildern, was passiert istEin, zwei Sätze genügen — kein langes Formular.
  2. 2Fotos vom Schaden anhängenGesamtbild, Schadenstelle, Kennzeichen.
  3. 3Einschätzung bekommenOb sich ein Gutachten lohnt und welcher Nachweis passt.

Kostenlos und unverbindlich — die gegnerische Versicherung trägt die Kosten entsprechend ihrer Haftung.